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Der errechnete Termin ist noch Wochen entfernt, und die Tasche steht schon halb gepackt im Flur — oder noch gar nicht. Wenn es nachts losgeht, will niemand den Mutterpass suchen. Diese Liste folgt zwei amtlichen Checklisten.
Die Kernzahl: 32 Punkte in vier Gruppen — und kaum Babysachen
Die Checkliste „Meine Kliniktasche“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf familienplanung.de, Stand März 2025, nennt 32 Punkte: neun für die Geburt, zwölf für den Aufenthalt in der Klinik, sieben fürs Neugeborene und vier Dokumente. Das BIÖG rät, alles für ein paar Tage einzupacken — auch bei geplanter ambulanter Geburt oder Hausgeburt.
Fürs Baby ist die Liste kurz, weil laut BIÖG die Kliniken Kleidung und Windeln für das Neugeborene stellen. Mitbringen muss man, was der Heimweg verlangt: Bodys in Größe 56 bis 62, Windeln, Strampler oder Höschen und Oberteil, Jacke und Mütze, eine Babydecke — und je nach Weg eine Babyschale fürs Auto oder Kinderwagen beziehungsweise Tragetuch.
Was beide Listen nennen und was nur eine
| Bereich | BIÖG (familienplanung.de) | Land NRW |
|---|---|---|
| Dokumente | Personalausweis, Mutterpass, Familienstammbuch oder Heiratsurkunde bzw. Geburtsurkunde der Mutter, wenn sie ledig ist, Versichertenkarte | dieselben, dazu Vaterschaftsanerkennung bei Unverheirateten und eventuell Allergiepass |
| Für die Geburt | bequeme Kleidung, ein bis zwei längere T-Shirts, Hausschuhe, warme Socken, Jacke oder Pulli, Lippenbalsam, Musik, Haargummis, Smartphone mit Ladegerät, Snacks auch für die Begleitperson | großes, knielanges T-Shirt, dicke Socken, Hausschuhe, Musik mit Kopfhörern, Snacks oder Geld für die Cafeteria, Kamera und Handy |
| Für die Station | Schlafanzüge oder Nachthemden, Oberteile zum Stillen, Bademantel, Still-BH, Stilleinlagen, Slips, Binden, Handtücher, Körperpflege, weite Kleidung für den Heimweg, Lesestoff, Kleingeld | Nachthemden zum Knöpfen, Jogginganzug, Morgenmantel, Slips und Binden, Still-BHs und Stilleinlagen, Stillkissen, Kosmetiktasche, Kontaktlinsenzubehör |
| Fürs Baby | Heimweg-Kleidung, Windeln, Babydecke, Babyschale oder Kinderwagen bzw. Tragetuch | Body, Hemdchen, Höschen, Strampler, Mütze, Söckchen, Jäckchen, Spucktücher, eventuell Schnuller und Wundschutzcreme; Babydecke, Babyschale, 2 bis 3 Windeln |
NRW trennt nicht zwischen Geburt und Station; die Zuordnung in der Tabelle ist meine. Nur NRW nennt das Stillkissen und Kontaktlinsenzubehör, nur das BIÖG Lesestoff und Kleingeld für Getränke- und Parkautomaten. Beim Still-BH wird das BIÖG genau: zwei Körbchengrößen größer als in der Schwangerschaft. Für den Heimweg empfiehlt es weite Kleidung, „etwas, das ungefähr im 6. Monat gepasst hat“.
Drei Taschen statt einer
Die BIÖG-Liste trennt Geburt und Aufenthalt. Daraus lässt sich ein Packplan machen, der im Kreißsaal Platz spart:
- Kreißsaaltasche: Dokumente, Kleidung für die Geburt, Snacks, Smartphone mit Ladegerät — klein genug, um sie selbst zu tragen.
- Stationstasche: Nachthemden, Still- und Pflegesachen, Handtücher. Diese Tasche kann im Auto bleiben, bis das Zimmer feststeht.
- Heimwegtasche fürs Baby: Kleidung, Windeln, Decke. Diese Tasche bringt die Begleitperson am Entlasstag mit, die Babyschale gleich dazu.
Zur Größe schreibt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE): Der Platz im Zimmer sei begrenzt, deshalb besser „den kleinen statt den großen Koffer“. Eine Tasche ohne Rollen mit eigenem Fach für Babysachen ist zum Beispiel diese:
- Länge (längste Seite) 52,1 cm
- Breite (mittlere Seite) 29,8 cm
- Tiefe (kürzeste Seite) 27,9 cm
- Leergewicht 1 kg
Daten laut herschel.com
Die Fallstricke: Dokumente, Zeitpunkt, Hausregeln
- Das Familienstammbuch vergessen. Beide Listen nennen Heirats- oder Geburtsurkunde; NRW zusätzlich die Vaterschaftsanerkennung bei unverheirateten Eltern.
- Zu spät gepackt. Die DAK rät, die Tasche etwa vier Wochen vor dem errechneten Termin bereitzuhalten, spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche.
- Zu viel Babykleidung. Wenn die Klinik Kleidung und Windeln stellt, wie das BIÖG schreibt, reicht ein Satz für den Heimweg. Ob das auch in der eigenen Klinik so ist, steht in deren Unterlagen.
- Wertsachen. Das UKE rät, Kreditkarten, größere Geldbeträge und wertvollen Schmuck zu Hause zu lassen; bei Verlust hafte die Klinik nicht.
Was praktisch hilft
- Die Dokumente in eine Hülle. Mutterpass, Ausweis, Versichertenkarte und Urkunde zusammen, griffbereit im Außenfach der Kreißsaaltasche.
- Eine Restliste an die Tür. Ladegerät, Brille, eigene Medikamente kommen erst zuletzt in die Tasche.
- Die Babyschale vorher einbauen. Für die Heimfahrt im Auto nennt das BIÖG eine Babyschale „mit der nötigen Ausstattung für Neugeborene“; zu Fuß Kinderwagen oder Tragetuch.
- Kosmetik klein packen. Ein Kulturbeutel mit Reiseflaschen spart Platz im Nachttisch.
Was ich noch nicht weiß
- Was einzelne Kliniken stellen. Das BIÖG schreibt allgemein, Kleidung und Windeln würden gestellt. Ob auch Binden, Stilleinlagen oder Handtücher dazugehören, steht nur in den Unterlagen der jeweiligen Klinik — es entscheidet, wie groß die Stationstasche sein muss.
- Eine Liste des Hebammenverbands. Eine eigene Checkliste des Deutschen Hebammenverbands habe ich nicht gefunden; sie müsste auf dessen Website stehen.
- Was die Tasche wiegt. Gewichte nennen die Checklisten nicht, und gewogen habe ich keine Kliniktasche.
Häufige Fragen
Was muss unbedingt in die Kliniktasche?
Laut der Checkliste „Meine Kliniktasche“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit vor allem vier Dokumente: Personalausweis, Mutterpass, Versichertenkarte der Krankenkasse sowie Familienstammbuch oder Heiratsurkunde, bei ledigen Müttern deren Geburtsurkunde. Die Checkliste des Landes NRW nennt bei unverheirateten Eltern zusätzlich die Vaterschaftsanerkennung. Dazu kommen bequeme Kleidung für die Geburt, Kleidung und Pflegesachen für ein paar Tage, Still-BH und Stilleinlagen sowie Kleidung, Decke und Babyschale für den Heimweg des Babys. Smartphone mit Ladegerät, eigene Medikamente und Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät nennt das BIÖG ebenfalls.
Wann sollte die Kliniktasche gepackt sein?
Die DAK-Gesundheit rät, die Tasche etwa vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bereitzuhalten, spätestens ab der 36. Schwangerschaftswoche. Die Checkliste des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit nennt keinen Zeitpunkt, empfiehlt aber, die Tasche auch dann vorzubereiten, wenn eine ambulante Geburt oder eine Hausgeburt geplant ist, und alles Wichtige für ein paar Tage einzupacken. Was bis zuletzt im Alltag gebraucht wird, etwa Ladegerät, Brille oder eigene Medikamente, kommt auf eine kurze Restliste, die gut sichtbar neben der Tasche oder an der Wohnungstür liegt.
Kliniktasche oder Koffer?
Für die Station eher die kleinere Tasche. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf schreibt in seiner Checkliste für den Klinikaufenthalt, der Platz in vielen Zimmern sei begrenzt, deshalb sei der kleine statt der große Koffer die bessere Wahl. Die Checkliste des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit trennt Dinge für die Geburt und für den Aufenthalt; daraus lassen sich zwei Taschen machen: eine kleine für den Kreißsaal mit Dokumenten, Kleidung und Snacks, eine zweite für die Station. Die Babysachen für den Heimweg kann die Begleitperson am Entlasstag mitbringen, zusammen mit der Babyschale.
Was braucht das Baby in der Kliniktasche?
Weniger als oft gedacht. Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit stellen die Kliniken Kleidung und Windeln für das Neugeborene, sodass nur der Heimweg zu bedenken ist: Bodys in Größe 56 bis 62, Windeln, Strampler oder Höschen und Oberteil, Jacke, Mütze und eine Babydecke, dazu im Auto eine Babyschale und zu Fuß ein Kinderwagen oder Tragetuch. Die Checkliste des Landes NRW nennt zusätzlich Söckchen, Spucktücher, eventuell Schnuller und Wundschutzcreme sowie zwei bis drei Windeln. Neue Babykleidung sollte man laut BIÖG vor der Geburt einmal waschen.
Packliste Krankenhaus ohne Geburt: was gehört rein?
Die Kliniken geben dafür eigene Listen heraus. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nennt in seiner Checkliste Krankenkassenkarte, Einweisungsschein, vorhandene Befunde und Ausweise wie Allergie- oder Impfpass, eigene Medikamente in ausreichender Menge in der Originalverpackung mit Beipackzettel, Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät mit Batterien, dazu Hausschuhe, feste Schuhe, legere Kleidung, Bademantel, Nachtwäsche und Körperpflege. Ob man nüchtern kommen muss, soll man laut UKE vorher erfragen. Was die eigene Klinik verlangt, steht in deren Aufnahmeunterlagen; für eine mehrwöchige Reha gibt es eine eigene Packliste mit den Vorgaben der Rentenversicherung.
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